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Können wir einer Demenzerkrankung vorbeugen?

Können wir einer Demenzerkrankung vorbeugen?

Eine Erkrankung der Hirnleistung ist nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für ihre Angehörigen eine grosse Herausforderung. Neben genetischen Einflüssen gibt es zahlreiche andere Faktoren, die das Risiko einer Demenzerkrankung beeinflussen können.

Gesunde Lebensweise, geistige Herausforderungen, soziale Integration und Stressmanagement

Die Vorbeugung von Demenz erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Ein aktives Gehirn bleibt länger gesund. Regelmässige geistige Herausforderungen wie zum Beispiel Neues lernen und kennenlernen können dazu beitragen, kognitive Fähigkeiten zu erhalten. So wird das Gehirn stimuliert, neue neuronale Verbindungen entstehen – auch im hohen Alter. Einsamkeit und soziale Isolation gelten als Risikofaktoren. Auch ein aktives Sozialleben kann das Gehirn schützen. Gemeinsame Aktivitäten, Freundschaften und regelmässige soziale Interaktionen tragen dazu bei, das Wohlbefinden zu steigern und das Demenzrisiko zu verringern.

Die Depression ist mit einem erhöhten Risiko für Demenz verbunden. Die rechtzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend. Regelmässiger und ausreichender Schlaf unterstützen die kognitive Funktion. Stressmanagement-Techniken wie Meditation, Yoga und Entspannungsübungen können dazu beitragen, das Gehirn vor negativen Auswirkungen zu schützen.

Hörverlust kann zu sozialer Isolation führen. Regelmässige Hörtests und Hörhilfen stellen daher wichtige Präventionsmassnahmen dar. Wiederholte Kopfverletzungen können das Risiko erhöhen. Schutzmassnahmen bei sportlichen Aktivitäten und im Alltag sind wichtig. Auch Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung können das Gehirn beeinträchtigen. Die Vermeidung von Schadstoffen kann präventiv sein.

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen ist, und regelmässige körperliche Aktivität sind entscheidend für die Vermeidung von Übergewicht als weiteren Risikofaktor. Fisch, Nüsse, Beeren, Gemüse und Vollkornprodukte sollten regelmässig auf dem Speiseplan stehen. Ein moderater Konsum von oder Verzicht auf Alkohol helfen ebenfalls. Der Verzicht auf Nikotin ist ein weiterer Teil der Prävention.

Bereits einfache Aktivitäten wie tägliche Spaziergänge verbessern die Durchblutung, fördern die Bildung neuer Nervenzellen und stärken die Verbindungen zwischen ihnen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöhen das Demenzrisiko. Ein gesundes Herz unterstützt eine ausreichende Durchblutung des Gehirns. Auch hier helfen regelmässige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Lassen Sie regelmässig Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin ärztlich überprüfen.

Haben Sie Fragen? Sie erreichen uns unter gesundheitskompass@spitalaffoltern.ch oder Telefon 044 714 26 68.

Kontaktperson

Ulrike Darsow, Leiterin Memory Clinic

Ulrike Darsow, Leiterin Memory Clinic, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, spez. Geriatrie

E-Mail

Kommentare

Kommentar von Maria Elisabeth Wessendorf |

Sehr geehrte Frau Dr. Darsow,
besten Dank für die die obigen, sehr hilfreichen Empfehlungen. Beraten Sie auch Personen, die Hilfe bei der Betreuung von kranken Angehörigen benötigen?
Dankbare und freundliche Grüsse
Marlis Wessendorf

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