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Mangelernährung im Alter

Ein selbstbestimmtes, abwechslungsreiches Leben bis ins hohe Alter geniessen, das möchten wir alle. Um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aufrechtzuerhalten, spielt unsere Ernährung eine wichtige Rolle.

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper. Der Muskelanteil und der Wassergehalt im Körper werden geringer, dafür steigt der Anteil an Körperfett. Während der Energieverbrauch abnimmt, bleibt der Bedarf an Nährstoffen (wie Vitamine und Mineralstoffe) ähnlich hoch.

Die abnehmende Muskelkraft im Alter ist direkt verbunden mit den Alltagsaktivitäten. Eine zu geringe Muskelkraft kann zu Stürzen und so zum Verlust der Selbstständigkeit führen. Der Muskelabbau im Alter wird durch mangelnde körperliche Aktivität, ungenügende Proteinzufuhr und Vitamin-D-Mangel verstärkt. Auch eine Verminderung des Geschmackssinns im Alter tritt häufig auf und Rauchen verstärkt dies zusätzlich.

Mangelernährung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Mangelernährung als die grösste Bedrohung für die Volksgesundheit ein; im Alter gilt sie als wichtigster Risikofaktor für die Entwicklung von Osteoporose, Muskelabbau und Gebrechlichkeit. Mangelernährung kommt bei Menschen mit Unter-, Normal- oder Übergewicht vor. Wie kann man dem entgegenwirken?

Im Vordergrund steht eine ausreichende Proteinzufuhr, um ein Fortschreiten der Gebrechlichkeit zu verlangsamen. Für Angehörige einer älteren Person ist der Inhalt des Kühlschrankes ein guter Indikator für eine allfällige Mangelernährung. Ein leerer Kühlschrank mit verdorbenen Lebensmitteln ist Grund zur Sorge, während ein Kühlschrank mit frischen Lebensmitteln, der regelmässig aufgefüllt wird, positiv ist. Wenn eine Risikosituation vorliegt, sollte eine Ernährungsanamnese erfolgen. Hier interessieren vor allem Fragen nach dem Appetit, dem Geschmacksempfinden und dem Hunger.

Massnahmen

  • Anpassung von Speisen und Gerichten, z. B. persönliche Vorlieben, zusätzliche Zwischenmahlzeiten, Fingerfood, Veränderungen von Textur und Konsistenz der Speisen;
  • Anreicherung von Speisen und Gerichten: mit gehaltvollen Lebensmitteln wie Rahm, Butter, Öl oder Nährstoffkonzentraten wie Maltodextrin und Proteinpulver;
  • Trinknahrung, um die Energie- und Proteinzufuhr einfacher zu ergänzen;
  • Angenehme Essumgebung, schmackhafte und wohlriechende Mahlzeiten, denn die Abnahme der Sinne, insbesondere des Geschmacks- und Geruchssinns, kann ein Grund dafür sein, dass Essen kein Vergnügen und keine Lust bereitet.

Fazit: Gewicht / Nährstoffzufuhr halten bedeutet, die Ernährung mit praktikablen Massnahmen in Einklang zu bringen; z. B. mit Zwischenmahlzeiten, dem Anreichern der Nahrung, Mahlzeitendienst oder Trinknahrungen.

Kontaktperson

Bernadette Signer

BSc BFH, Leiterin Ernährungsberatung, Ernährungsberaterin SVDE

Tel. 044 714 26 68

 

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