Wenn Worte verloren gehen – Kommunikation bei Demenz
Je nach Form einer Demenz und dem jeweiligen Stadium der Erkrankung treten im Verlauf unterschiedliche Veränderungen in der Kommunikation auf. Verschiedene Punkte bieten Orientierung darin, wie Kommunikation mit einer dementen Person dennoch gelingen kann.
Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens und ermöglicht es uns, Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken auszudrücken. Bei Menschen mit Demenz kann die Kommunikation jedoch zunehmend erschwert werden. Beispielsweise fragt eine an Demenz erkrankte Person nach ihrem Sohn, obwohl dieser gerade erst zu Besuch war. Wird die Person mehrere Male daran erinnert, dass der Sohn doch gerade erst da war, kann dies zu Verwirrung oder zu emotionaler Belastung bei der betroffenen Person führen.
Was verändert sich in Bezug auf die Kommunikation?
Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheiten und Syndrome, welche die Funktionen des Gehirns beeinträchtigen. Je nach Form der Demenz und dem jeweiligen Stadium der Erkrankung treten im Verlauf unterschiedliche Veränderungen in der Kommunikation auf. Veränderungen können sich beispielsweise zeigen in Schwierigkeiten beim Finden von Wörtern, Gesprächen zu folgen oder deren Inhalt zu verstehen. Gedankenabbrüche, der Verlust des inhaltlichen Zusammenhangs sowie das Wiederholen von Fragen oder Inhalten sind weitere mögliche Veränderungen. Auch Lesen und Schreiben können zunehmend Schwierigkeiten bereiten.
Mögliche Folgen für Menschen, welche von Demenz betroffen sind, können Unsicherheit und Verwirrung, Gefühle von Frustration und sozialer Rückzug sein. Beim Gesprächspartner wiederum führen diese Veränderungen häufig zu Stress, Hilflosigkeit oder Schuldgefühlen bis hin zu Erschöpfung
Wie kann Kommunikation mit Menschen mit Demenz gelingen?
Folgende Punkte dienen als Orientierungshilfe:
- Sprechen Sie auf Augenhöhe und halten Sie Blickkontakt mit der betroffenen Person
- Hören Sie aufmerksam zu
- Achten Sie auf die Körpersprache und auf die Gefühlsäusserungen Ihres Gegenübers
- Nehmen Sie Bezug auf konkrete Situationen oder konkretes Verhalten
- Sprechen Sie langsam und deutlich, in kurzen und einfachen Sätzen
- Stellen Sie nur eine Frage auf einmal und stellen Sie keine «Warum, Weshalb, Wann und Wo»-Fragen
- Lassen Sie Zeit zum Verarbeiten und Antworten
- Begleiten Sie Ihre Äusserungen durch Gestik und Mimik
- Akzeptieren Sie die Wahrnehmung der Person mit Demenz und verzichten Sie auf Korrekturen oder Richtigstellungen
- Halten Sie die Verbindung und Nähe in Form von gemeinsamen Aktivitäten wie dem Anschauen von Fotos oder durch Körperkontakt wie Umarmungen
Um sprachliche und kommunikative Kompetenzen möglichst lange aufrechtzuerhalten und dadurch das Selbstwertgefühl der betroffenen Person zu stärken, kann eine logopädische Therapie bei Demenz unterstützen. Als Teil der Therapie werden dabei auch das Umfeld und Bezugspersonen mit einbezogen.
Inge Haid